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VonMarcel Hutfilz

StVZO

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Was ist eigentlich ein elektronisches Einrad? Diese Fahrzeuge bestehen aus einem Einzelrad mit seitlich montierten Trittflächen, das sich durch Gewichtsverlagerung steuern lässt. Je nach Modell können elektrische Einräder bis zu 40 km/h schnell fahren. Die meisten Einräder fahren jedoch nicht schneller als 18 km/h.

Das Einrad ist mit seiner integrierten elektronischen Balance-, Antriebs-, Lenk- und Verzögerungstechnik mit einem „Segway“ vergleichbar. Die Mobilitätshilfeverordnung, die den gesetzlichen Rahmen für die „Segways“ vorgibt, gilt jedoch nicht für „elektrische Einräder“.

Es gelten die allgemeinen Bestimmungen der StVZO und FZV, sofern die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit mehr als 6 km/h beträgt. Da diese Fahrzeuge konstruktionsbedingt die Zulassungsvorschriften über Sitz, Lenkung, Bremsen, Beleuchtung, Spiegel etc. nicht erfüllen können, dürfen diese elektrischen Einräder nur im abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr bewegt werden.

Das sollten Sie wissen:
Die angebotenen Einräder haben eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h und müssen pflichtversichert werden. Eine solche Versicherung wird jedoch nicht angeboten. Wer dennoch im öffentlichen Verkehr fährt macht sich strafbar nach § 6 PflVersG!
Das Führen eines solchen Kraftfahrzeugs setzt außerdem eine Fahrerlaubnis der Klasse B voraus. Wer ohne diese Fahrerlaubnisklasse dennoch im öffentlichen Straßenraum damit fährt, begeht daher zusätzlich eine Straftat nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis).
Schäden, die beim Betrieb des Einrades verursacht werden, sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Sach- oder Personenschäden muss der Fahrer daher aus eigener Tasche erstatten.

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Kurzfassung:
Elektrische Einräder werden von einem Elektromotor angetrieben und sind schneller als 6 km/h. Sie werden als Kraftfahrzeuge eingestuft und müssen typengeprüft sein. Um elektrische Einräder legal auf öffentlichen Straßen bewegen zu dürfen, bedarf es einer Typengenehmigung sowie einem Versicherungskennzeichen nach PflVG. Da elektrische Einräder bisher nicht kategorisiert und vom Gesetzgeber entsprechend erfasst wurden, ist eine Nutzung im Bereich der StVZO aktuell nicht zulässig!

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Vonadminulumee

Versicherung

 

Zu der Aussage, elektrische Einräder können mit einem Versicherungskennzeichen (Moped) ausgestattet werden und somit umgeht man das Pflichtversicherungsgesetz, haben wir für Euch recherchiert:

Das KVA sagt aus, elektrische Einräder sind nicht zulassungspflichtig, aber benötigen ein Mopedkennzeichen, damit man auf Gehweg und Fahrradwegen fahren darf.
Man darf nur auf der Straße damit fahren, wenn die StVZO Bedingungen eingehalten sind, z.B. Beleuchtung, Bremse und Klingel oder Hupe. Da aber die Mopedkennzeichen nur an Fahrzeuge mit einer ABE ausgegeben werden dürfen, fehlt hier die Brücke, damit man versichert ist. Eine ABE haben die elektrischen Einräder leider nicht. Somit suggeriert das angehängte Kennzeichen den Versicherungsschutz, der im Schadenfall nichts wert ist, da die Versicherung die Regulierung ablehnen wird. Ein Kennzeichen darf nur ausgegeben werden für Fahrzeuge mit ABE! Damit macht sich die ausgebende Agentur haftbar.

Aber ob Ihr im Schadenfall dann Geld von dem Agenten bekommt ist zu mindestens mit einem langen Klageweg verbunden und steht in den Sternen.

 

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